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bargelderhalt.eu | 26.10.2026

Am Donnerstagmittag, 22. Oktober, brachten Hansjörg Stützle und Hakon von Holst die bislang größte Bargeld-Petition nach Berlin. Mehr als 400.000 Unterschriften füllten 18 Stapelkisten vor dem Bundesfinanzministerium auf dem Platz des Volksaufstandes von 1953.

Gemeinsame Forderung ist die universelle Akzeptanz und eine breite Verfügbarkeit von Bargeld in Europa. Empfangen wurden die Initiatoren von Lars Oberg, Referatsleiter „Gesellschaftlicher Dialog“ im Finanzministerium, und über 70 interessierten Bürgern.

In diesen Wochen fällt auf EU-Ebene eine richtungsweisende Entscheidung. Der EU-Ministerrat, dem Lars Klingbeil angehört, setzt sich für die Möglichkeit ein, Barzahlungen in öffentlichen Einrichtungen abzuschaffen. Dazu zählen der öffentliche Nah- und Fernverkehr, aber auch Bürgerämter. Über das Ansinnen berichtete Hakon von Holst für die Berliner Zeitung am 10. Oktober.

Unbemannte Verkaufsstellen sollen Bargeld generell ablehnen dürfen. Darauf haben sich EU-Parlament und EU-Ministerrat bereits verständigt. Ex-Bundesbank-Vizepräsident Franz-Christoph Zeitler warnt, dies könne „dazu führen, dass der Kipppunkt für ein schrittweises Verschwinden des Bargelds bald erreicht wird“. Unbemannte bargeldlose Verkaufsstellen nehmen zu: ob Selbstbedienungskassen, Parkuhren, Kassenautomaten in Schwimmbädern oder öffentliche Toiletten. Die Berliner Verkehrsbetriebe kündigten am 15. Oktober ein Ende des Bargelds an.

Zeitler gehört zu den prominenten Unterstützern der Petition, die sich einen Erfolg bereits auf die Fahnen schreiben kann: So müssen bargeldlose Cafés, Apotheken und Einkaufsläden künftig wieder Barzahlungen ermöglichen. Nach dem ursprünglichen Verordnungsentwurf der EU-Kommission wäre „digital only“ nicht von vornherein verboten gewesen. Die Bargeld-Initiative stand in regem Austausch mit EU-Politikern und konnte mehrere ihrer Forderungen in die laufenden Trilogverhandlungen bringen.

Stützle und von Holst bedauern, dass Lars Klingbeil der Übergabe ferngeblieben ist. Ein Gespräch mit fachlich zuständigen Beamten lehnte das Ministerium mehrfach ab. In einem Brief an den Finanzminister mahnen die Initiatoren: „Ein Staat muss Vorbild sein und sein eigenes Geld annehmen; ansonsten zeigt er damit unmissverständlich, dass er Bargeld nicht mehr haben will. “ Von Klingbeil möchten sie wissen: „Weshalb planen Sie eine Annahmepflicht für Kartenzahlungen, während für den Schutz des staatlichen Bargelds bis heute nichts geschehen ist?“

Auch zum geplanten digitalen Euro haben die Initiatoren Fragen: Wie kann es sein, dass der digitale Euro entgeltfrei nutzbar wäre, während Banken weiterhin Bargeldgebühren am Geldautomat erheben dürften? Weshalb sollen öffentliche Einrichtungen Bargeld ablehnen können, den digitalen Euro jedoch nicht? Hansjörg Stützle warnt: „Eine regulatorische Benachteiligung gegenüber anderen Zahlungsmitteln verdrängt das Bargeld.“ Der Brief an den Finanzminister wurde Lars Oberg im Rahmen der Petitionsübergabe überreicht.

Zu den Unterstützern der Petition zählen die Sängerin Julia Neigel, die Kabarettistin Monika Gruber, der Autor Werner Rügemer und die bekannten Hirnforscher Manfred Spitzer und Gerald Hüther. Bereits im Mai wurde die Initiative im EU-Parlament in Straßburg von Markus Ferber (CSU), Engin Eroglu (Freie Wähler), Fabio De Masi (BSW) und Sibylle Berg (Die PARTEI) empfangen. Von den mittlerweile 405.000 Unterschriften wurden 80.000 auf öffentlichen Plätzen gesammelt, 325.000 Menschen haben online unterschrieben und ihre E-Mail-Adresse verifiziert.


Im Bild vorn Hakon von Holst und Hansjörg Stützle
Fotos von der Petitionsübergabe in Berlin für die kostenfreie redaktionelle Nutzung.
(Copyright-Angabe: © Fritz Engel / Archiv Agentur Zenit)

Kontakt
Hansjörg Stützle
Tel. 07556/920215
info@bargelderhalt.eu
www.bargelderhalt.eu 

 

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