Pressemitteilung der BDGW 07 / 2021

Berlin/Bad Homburg – Die Coronapandemie beschleunigt die Abkehr vom Bargeld. Dies zeigt nun auch die neue EHI-Studie „Zahlungssysteme im Einzelhandel 2021“. „Leider sind die Ergebnisse wenig überraschend“, so Dr. Harald Olschok, Hauptgeschäftsführer der BDGW. „Wir hoffen, dass sich dieser Trend mit zunehmenden Lockerungen der Corona-Maßnahmen wieder abschwächt.“

Das EHI Retail Institute aus Köln stellte auf dem diesjährigen virtuellen EHI Payment Kongress Auszüge aus seiner aktuellen Studie vor. Demnach ist der Anteil der Barzahlungen, bezogen auf die Umsatzanteile der Zahlungsarten im stationären Einzelhandel i.e.S., innerhalb eines Jahres von 46,5 Prozent auf 40,9 Prozent zurückgegangen. Bei einem Gesamtumsatz von 435 Mrd. Euro wurden 2020 Beträge in Höhe von rund 178 Mrd. Euro bar bezahlt. 2019 waren es mit 207 Mrd. Euro noch 29 Mrd. Euro mehr.

Auch bezogen auf den Anteil der Barzahlungen an der Anzahl der Transaktionen ist ein deutlicher Rückgang von 72,9 auf 66 Prozent zu verzeichnen. „Zwar ist Bargeld weiterhin das beliebteste Zahlungsmittel der Deutschen“, so Olschok. „Fast 2,5 Milliarden Transaktionen weniger sind aber erheblich.“

Die Gründe, die vom EHI für diese Entwicklungen angeführt werden, sind pandemiebedingt. So sind die Verbraucher*innen während der Coronapandemie auf andere Zahlungsarten ausgewichen und haben verstärkt Onlinekäufe getätigt. Die Zahl der Transaktionen ist auch dadurch zurückgegangen, dass viele Verbraucher*innen weniger, dafür aber größere Einkäufe im Einzelhandel getätigt haben, um die Geschäfte nicht so oft aufsuchen zu müssen.

„Wir analysieren die Studie des EHI seit vielen Jahren sehr aufmerksam“, so Olschok. Durch die selbstgewählte Abgrenzung sei sie für eine umfassende Analyse des Barzahlungsverhalten in Deutschland aber nur eingeschränkt aussagefähig. Der Gesamtumsatz im Einzelhandel betrug im vergangenen Jahr nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 634 Mrd. Euro, mithin fast 200 Mio. Euro mehr als in der Abgrenzung des EHI. Außerdem dürfe man die Gastronomie nicht außer Acht lassen. Laut Statistischem Bundesamt lag der Umsatz im Gastgewerbe vor der Pandemie bei rund 100 Mrd. Euro. Seit März 2020 bis Januar 2021 brach der Umsatz im gesamten Gastgewerbe real um 47,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein, in der Gastronomie um 42,7 Prozent. „Dies hat natürlich gravierende Auswirkungen auf unsere Branche. Da in der Gastronomie tendenziell eher bar gezahlt wird, geben uns die anstehenden Öffnungen in diesem Bereich doch wieder etwas Hoffnung“, so Olschok abschließend.

Brancheninformation (www.bdgw.de)
Der BDGW gehören zurzeit 28 ordentliche Mitgliedsunternehmen, mit insgesamt 81 Niederlassungen, und 25 außerordentliche Mitgliedsunternehmen an. Insgesamt verfügt die Branche über rund 2.400 gepanzerte Spezialgeldtransportfahrzeuge und beschäftigt ca. 11.000 Mitarbeiter. Davon sind 2/3 im Geld- und Werttransport und 1/3 in der Geldbearbeitung tätig. Der Umsatz der Branche lag im Jahr 2019 noch bei 650 Mio. Euro. Durch die corona-bedingte Abnahme von Bargeld gehen wir von einem Umsatzrückgang auf rund 500 Mio. Euro im Jahr 2020 aus.

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